#IchbinHanna

Rund um #IchbinHanna haben sich einige Debatten entsponnen. Ursächlich dafür war ein „Erklärvideo“ des BMBF zum WissZeitVG, das viele (Nachwuchs-)Wissenschaftler:innen empört hat. Ihren Unmut haben sie unter #IchbinHanna lautstark publik gemacht. Das Ministerium hat das Video inzwischen von der Website genommen, die Debatte hält aber weiter an und schlägt hohe Wellen. So befasst sich der Deutsche Bundestag am 24.06.2021, gegen 16:00 Uhr mit dem mit dem Thema „Beschäftigten in der Wissenschaft Respekt zollen – für sichere Jobs statt Dauerbefristung“. Die Sitzung kann im Livestream des Bundestags verfolgt werden.

Die rege Berichterstattung verschiedener Medien und die Reaktionen des BMBF zu #IchbinHanna werden unter folgendem Link tagesaktuell zusammengefasst:
https://ichbinhanna.wordpress.com

Die frohe Botschaft: Der öffentliche Protest gegen den Befristungswahn an deutschen Hochschulen gewinnt zunehmend an Gewicht und die Politik gerät unter Zugzwang. Mit vielen Stimmen können wir also etwas bewirken!

#EntfristenstattStreichen #StoptheCuts

Überregionale Aktionswoche an zahlreichen Hochschulen, 12.04.-16.04.2021

In einer überregionalen Aktionswoche protestieren Hochschulbeschäftigte an zahlreichen Standorten gegen Kürzungen, befristete Stellen und prekäre Arbeitsbedingungen. Unzureichende Grundfinanzierung, intransparente Verwendung der Zukunftsvertragsmittel und Stellenstreichungen sorgen für Ärger bei den Beschäftigten. Bundesweit kämpfen in den letzten zwei Jahren Beschäftigte im Zuge der Verhandlungen zu den Bundesmitteln des „Zukunftsvertrags Studium und Lehre stärken“ für bessere Arbeitsbedingungen. Im Rahmen der begleitenden Kampagne „Frist ist Frust“ wurden von tausenden Beschäftigten u.a. entfristete Stellen durch die nun verfügbaren Dauermittel gefordert. Die Verhandlungen sind  vorbei und die Lage ist – auch durch die Pandemie – prekärer denn je. Die Verwendung der Zukunftsvertragsmittel, die zwischen Ländern und Hochschulen verhandelt wurden, bleibt intransparent. Zugleich werden unter dem Vorzeichen krisenbedingt leerer öffentlicher Kassen an zahlreichen Hochschulen und Instituten gerade Sparmaßnahmen durchgesetzt. Diese treffen wiederum Hochschulbeschäftigte, die trotz prekärer Beschäftigungsbedingungen in nunmehr einem Jahr Pandemie die Hochschulen am Laufen hielten und viele Schwierigkeiten des krisenhaften Dauerzustandes abfingen. Neben Onlinelehre, massiv erhöhtem Betreuungsaufwand für Studierende, erschwerten Verwaltungsabläufen, Homeschooling und der Angst vor der baldigen Arbeitslosigkeit bleibt für die Wenigsten noch Zeit, die eigene Qualifikation voranzutreiben. Die massive Arbeitszeitverdichtung und die befristeten Beschäftigungsverhältnisse setzen die Beschäftigen unter großen Druck.

Als just_unbefristet unterstützen wir diese Aktionswoche und die Proteste ausdrücklich und erklären uns solidarisch mit den beteiligten Initiativen. 

Weitere Informationen gibt es z. B. unter #EntfristenstattStreichen #StoptheCuts bei Twitter, auf den Seiten von Uni Kassel Unbefristet, des Netzwerks für Gute Arbeit in der Wissenschaft und auf diesen Seiten der GEW Hessen und  ver.di Hessen.

Veranstaltung „Eine #AndereUni ist möglich“

Eine #AndereUni ist möglich!
Diskussionsveranstaltung zu alternativen Personalmodellen für deutsche Universitäten

Gäste:
PD Dr. Kristin Eichhorn, Universität Paderborn, Literaturwissenschaft
Dr. Lisa Janotta, TU Dresden, Erziehungswissenschaften


Der Bundesbericht Wissenschaftlicher Nachwuchs (2021) zeigt erneut, dass Nicht-Professor:innen an deutschen Universitäten noch immer zu über 90 Prozent befristet angestellt sind. Zwei Mythen werden beständig zur Erklärung der Befristungsmisere herangezogen: Einerseits fehle es an Geld, um Dauerstellen in der Grundausstattung der Universität einzurichten, andererseits verstopften Dauerstellen den akademischen Betrieb für den wissenschaftlichen Nachwuchs. Das Netzwerk für Gute Arbeit in der Wissenschaft (NGAWiss) hat jüngst eine Publikation vorgelegt, in der es mithilfe von modellhaften Kostenrechnungen alternative Personalmodelle für Universitäten in Deutschland entwirft und beide Mythen widerlegt.

Welchen Vorteil hätte ein Tenure-Track-Modell gegenüber der jetzigen Personalstruktur? Wie würde sich die Abschaffung der Professur auf Lehroutput, jährliche Zugänge in die Akademie und Zwangsausstiege aus dem Wissenschaftssystem auswirken? Wie muss eine Personalstruktur aussehen, die Chancengleichheit und den Abbau von Diskriminierung ermöglicht?

Die Veranstaltung findet per Cisco Webex statt. Wir bitten um Anmeldung bis zum 28.4.2021 per E-Mail an sgar@sowi.jlug.de

Wir freuen uns, mit euch und Ihnen die Alternativen zur prekären Beschäftigung an deutschen Universitäten zu diskutieren!